Bevor der Kaffee, frisch gebrüht und herrlich duftend, auf dem Frühstückstisch landet, durchlebt er aufwendige Behandlungen. Kaffee wird in tropischen Gebieten auf Plantagen angebaut. Kaffeesträucher werden bis zu 4 Meter hoch und vertragen keinen Frost. Die Pflanzen gedeihen am besten bei Temperaturen zwischen 18 °C bis 26 °C und mögen keine direkte Sonneneinstrahlung. Fallen nicht genügend Niederschläge, müssen die Kaffeeplantagen bewässert werden. Die Pflanzen benötigen einen lockeren, durchlässigen und neutralen Boden. Vermehrt wird der Kaffee hauptsächlich durch Samen, er kann jedoch auch durch Stecklinge oder durch Propfen vermehrt werden. Die Pflanzen tragen zum ersten Mal im Alter zwischen drei bis fünf Jahren. Kaffeefrüchte können über 10 bis 20 Jahre geerntet werden.
Kaffee wird einmal jährlich geerntet. Da die Früchte am selben Strauch unterschiedlich lange reifen, erstreckt sich die Ernte über zehn bis zwölf Wochen. Wann die Ernte stattfindet, richtet sich nach den Anbaugebieten. Qualitativ hochwertiger Kaffee wird von Hand geerntet. Wird der Kaffee maschinell geerntet, so weisen die Früchte unterschiedliche Reifegrade auf und müssen nachsortiert werden.
Nach der Ernte muss der Kaffee aufbereitet werden. Von den Früchten werden Fruchthaut, Fruchtfleisch, Pergamenthäutchen und Silberhäutchen entfernt. Bei der Trockenaufbereitung werden die Kaffeefrüchte drei bis fünf Wochen getrocknet. Anschließend werden Fruchtfleisch und Häute, die trocken geworden sind, entfernt. Bei der Nassaufbereitung werden die Früchte 12 bis 24 Stunden nach der Ernte vorsortiert. Fruchthäutchen und Fruchtfleisch werden von den Kaffeebohnen abgequetscht. Die Kaffeebohnen kommen in einen Fermentationsbehälter, wo sie 12 bis 36 Stunden lang fermentiert werden. Dabei löst sich der an den Bohnen befindliche Schleim. Anschließend werden die Kaffeebohnen getrocknet. Die Pergamenthäutchen und die Silberhäutchen werden abgewaschen. Zum Schluss werden die Kaffeebohnen gereinigt und sortiert.
Der Kaffee muss, damit er seinen typischen Geschmack erhält, geröstet werden. Das Rösten erfolgt in verschiedenen Verfahren, zu unterschiedlichen Röstgraden. Der Röstprozess beginnt bei einer Temperatur von 60 °C. Bei einer Temperatur zwischen 200 °C und 250 °C endet der Röstprozess. Je länger die Kaffeebohnen auf niedriger Temperatur geröstet werden, desto besser ist die Qualität. Die Röstzeit und der Röstgrad bestimmen die Farbe und das Aroma des Kaffees. Beim Kaffee werden die helle Röstung, die mittlere Röstung – als amerikanische Röstung oder Frühstücksröstung bezeichnet, die starke Röstung – als helle französische oder Wiener Röstung bezeichnet, sowie die doppelte Röstung – als französische oder Continentalröstung bezeichnet, unterschieden. Die italienische Röstung ist die Espresso-Röstung. Bei der Spanischen Röstung wird dem Kaffee beim Rösten Zucker beigefügt. Ist der Kaffee geröstet, kann er gemahlen und gebrüht werden.
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